Der Inside-Führer zur dunklen Seite der Erotik: Praktiken und Instrumente, Personen und Institutionen, Literatur und Film, Politik und Philosophie. Mit dem Lexikon des Sadomasochismus hat ein Insider ein ebenso umfassendes wie informatives Nachschlagewerk verfaßt: für den Neuling in der Szene ebenso wie für Insider, aber auch für Außenstehende, die sich einen fundierten Überblick verschaffen möchten. Das Lexikon des Sadomasochismus ist ein Grundlagenwerk, das die kleinen und großen Geheimnisse zugänglich macht.
DAS BUCH
Zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als Sadomasochisten, eine weit größere Gruppe hat Umfragen zufolge ein generelles Interesse in dieser Richtung - auch wenn diese Menschen lediglich gerne einmal eine erotische Geschichte über Herrschaft und Unterwerfung lesen oder einmal das eine oder andere harmlose Fesselspiel ausprobieren möchten.
Nur schade, dass die Lack- und Lederwelt zwar für viele reizvoll, aber oft auch sehr fremd und kaum zugänglich wirkt. Selbst wenn sie z. B. durch Zufall von einer SM-Party in ihrer Stadt erfahren, haben die wenigsten den Mut, einfach dort aufzukreuzen und sich unters Volk zu mischen. Aber auch Möglichkeiten, sich im Buchhandel Informationen zu besorgen, gibt es bislang wenige. Und wenn, dann sind es in der Regel entweder Erlebnisberichte von Reportern, die eine ihnen selbst fremde Subkultur erforschen, oder Ratgeber für Anfänger à la »Wie fessele ich meine Partnerin richtig?«
Mit diesem Lexikon hat nun ein langjähriger Insider erstmals ein ebenso umfassendes wie informatives Nachschlagewerk für alle verfasst: für den Neuling in der Szene ebenso wie für den Außenstehenden, der sich z. B. als Journalist einen raschen Überblick verschaffen möchte, aber auch und erst recht für so manchen »alten Hasen«. Denn die SM-Subkultur umfaßt dermaßen viele glitzernde Facetten, dass die wenigsten sich auf allen Gebieten gleichermaßen auskennen werden.
Das »Sadomasochismus-Lexikon« ist ein Grundlagenwerk, das die kleinen und großen Geheimnisse zugänglich macht.
DER INHALT
Das Spektrum des Sadomasochismus umfasst weit mehr, als manch Uneingeweihter zunächst glauben mag. So umfassen die in diesem Lexikon zusammengestellten Stichwörter die verschiedensten Themenfelder: Praktiken im Zusammenhang mit Sadomasochismus und Fetischismus (z. B. Abbinden, Fisting, Cyber-Domination, Elektrostimulation, Kliniksex, Retifismus, sensorische Deprivation, Mindfuck); die dazugehörigen Instrumente (Bandeisen, Black Snake, Keuschheitsgürtel, Pervertibles, Storch, Wooden Pony); SM-relevante Publikationen unterschiedlichster Art (Schlagzeilen, Trierer Studie, Die Geschichte der O, Frühlings Erwachen); Persönlichkeiten aus der Kulturgeschichte des Sadomasochismus (Leopold von Sacher-Masoch, Friedrich Nietzsche, Guido Crepax, Alexis Payne); Termini aus dem philosophisch-geistesgeschichtlichen Überbau des Sadomasochismus (Gnostizismus, Decadence, Postmoderne, Konsensethik, Selbstreferentialität); sadomasochistische Fachtermini (Auffangen, Blümchensex, Safeword, Dresscode, Munch, 24/7); Begriffe aus der
Debatte um die Zensur von Erotika (Alice Schwarzer, PorNO, Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, Snuff); Persönlichkeiten des Mainstreams, die im Bereich SM und Fetischismus publikumswirksam in Erscheinung getreten sind (Die Ärzte, Aristoteles, Luci van Org, Helmut Newton, Elfriede Jelinek, Pier Paolo Pasolini); typische Einrichtungen der deutschen und internationalen SM-Szene (Datenschlag, AG S/M Öff, Folsom Street Fair, Other World Kingdom, Society of Janus); nicht-SM-spezifische Bereiche, die aber für Sadomasochisten eine besondere Bedeutung haben (AIDS, Einsamkeit, romantische Liebe, Bibel, Carotis-Sinus-Reflex, Diskriminierung, Spiritualität). Besonders umfangreiche Artikel gibt es zu den Stichwörtern Sexualwissenschaft, Frauenbewegung und Gewaltpornographie.
Dabei werden auch zentrale Fragen diskutiert: Was ist »normal«, was ist »pervers«, was darf man, was sollte man bleiben lassen? Zahlreiche Literaturtipps und Internet-Adressen zu den einzelnen Stichwörtern runden das Buch ab.
DER AUTOR
Arne Hoffmann: Geboren 1969, ist nach einem Studium der Film- und Literaturwissenschaft Schriftsteller und Journalist und führt ein Lektoratsbüro, in dem er für Verlage wie Bastei oder Ullstein/Econ, aber auch für Doktoranden und junge Autoren beratend tätig ist. Unter dem Pseudonym »Cagliostro« veröffentlichte er zahlreiche sadomasochistische Kurzgeschichten und Romane und gilt wegen seiner originellen Phantasien in der Szene bereits als »Kultautor«. In seinen journalistischen Texten setzt er sich vor allem mit der Zensur in Deutschland auseinander. Hier schreibt er unter anderem für die liberale Frankfurter Zeitschrift »Novo« sowie für das Internet-Magazin »Buchinsel«.
380 Seiten, etwa 100 Abbildungen, Taschenbuch